Kürzlich wurden wir von einem Veranstalter um Auskunft über K.O.-Tropfen gebeten. Leider sind zu diesem Thema für Veranstalter nur wenig hilfreiche Informationen verfügbar. Deshalb haben wir hier das Wichtigste und Nützliches zusammengetragen:

«K.O.-Tropfen» ist eine relativ unspezifische Bezeichnung für eine Vielzahl von Substanzen. Am weitesten verbreitet sind die Substanzen GHB und GBL, die auch als Partydrogen verwendet werden. Zur Verwendung als Partydroge gibt es verschiedene Quellen, die ziemlich ähnlich lautende Empfehlungen abgeben:

Hintergrundwissen

Zur Verwendung als K.O.-Tropfen im engeren Sinn, oft in Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch oder Raub, sind die Quellen leider weniger ergiebig. Das BAG hat dazu ein Faktenblatt entwickelt, das Veranstaltern zwar einige Hintergrundinformationen vermittelt, aber kaum partytauglich ist. Kurz zusammengefasst machen die Wirkstoffe in K.O.-Tropfen zunächst euphorisch und dann müde. Bei hoher Dosierung kann es zu Benommenheit, tiefer Bewusstlosigkeit und Atemnot kommen, wobei sich die Opfer nach dem Aufwachen an nichts mehr erinnern können. Für Veranstalter ist oftmals die Polizei eine gute Informationsquelle, da sie aktuelles Wissen und Erfahrung aus dem Berufsalltag weitergeben kann.

Empfehlungen

Expertinnen und Experten sind sich einig, dass K.O.-Tropfen existieren und auch eingesetzt werden. Über das Ausmass des Problems gibt es jedoch sehr widersprüchliche Informationen. Auf jeden Fall ist meistens Alkohol mit im Spiel, der den ohnehin schwachen Eigengeschmack der Tropfen abschwächt und deren Wirkung verstärkt. Eine Studie aus Grossbritannien scheint zu belegen, dass oft sogar nur Alkohol Auslöser eines Blackouts war, das mit K.O.-Tropfen in Verbindung gebracht wird. Denn die Konsumenten und Konsumentinnen unterschätzen oftmals die Wirkung gemischt getrunkener Alkoholika.

Für Gäste empfehlen wir folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • keine Drinks von Fremden annehmen
  • das Getränk nie unbeaufsichtigt lassen
  • das Glas immer bei sich und im Auge haben
  • Deckel auf Glas oder Becher (ähnlich wie coffee to go)
  • Daumen drauf bei Flaschen
  • im Zweifelsfall das Getränk lieber ausschütten
  • in der Gruppe zueinander schauen
  • wenn mir etwas auffällt, melde ich es dem Bar- und/oder dem Sicherheitspersonal

Und was können Sie als Veranstalter tun? Vor allem sollten Sie Ihr Bar- und Sicherheitspersonal für die Thematik sensibilisieren. Beachten Sie die Regeln des Jugendschutzes und unterstützen Sie Ihre Gäste bei einem verantwortungsvollen Konsum. So bleibt die Party auch am Tag darauf noch in guter Erinnerung…